Digital denken, analog leben

 

Einleitung

Als ich vor knapp einem Jahr meine Master Thesis am Umwelt Campus Birkenfeld anmeldete und zeitgleich (nach fünfzehn Jahren als Webmaster, Digitalstratege und Online Marketer) den ersten Versuch unternahm, eine hybride Marketing Agentur nach meinen Vorstellungen zu etablieren, wurden mir zwei Dinge schlagartig bewusst.

Durch die Suche nach geeigneter Fachliteratur zum Thema Online Marketing fiel mir auf, dass die brauchbaren Deutschen Veröffentlichungen im Gegensatz zu jenen in Englischer Sprache nicht nur (wie so häufig) staubtrocken und unnötig komplex , sondern häufig auch veraltete oder fachlich gar schlichtweg falsche Inhalte transportierten. Nachdem ich immerhin mehr als die Hälfte meines Lebens Webseiten konzipiert, „gebastelt“ und vermarktet habe, wage ich mich einfach Mal zu behaupten, meine Hausaufgaben im Bereich Online Marketing und Co. gemacht zu haben. Wenn ich als passionierter und erfahrener Marketer aber bereits jeden dritten Satz mehrmals lesen muss, um zumindest zu erahnen, was mir der Autor damit sagen möchte – wie wird es dann wohl all den armen Menschen gehen, die sich im Zuge ihrer Aus- bzw. Fortbildung oder aus persönlichem Interesse intensiver mit dem Thema Online Marketing und Digitalisierung beschäftigen wollen, aber nicht über ausreichende Englischkenntnisse verfügen?

Und weil sich jener Ersteindruck während dem Aufbau meiner ersten Marketing Agentur „kannkind“ auch über die akademischen Grenzen hinaus mit jedem neuen Kundengespräch und auch während der Vorlesungen und Workshops verfestigte, die ich während dieser Zeit am Umwelt Campus hielt, um erste Erfahrungen im längeren Sprechen auf Bühnen zu sammeln, habe ich meine ganz persönliche berufliche Mission darin entdeckt, interessierten Unternehmen wie Privatpersonen gleichermaßen mein Verständnis von Online Marketing näher zu bringen.

Dadurch, dass ich mir seit meinem fünfzehnten Lebensjahr sämtliches Wissen und Skills intrinsisch motiviert und eigenständig angeeignet habe, weiß ich um mein großes Glück, auch kompliziertere Sachverhalte im Themenspektrum der Digitalisierung pragmatisch und unterhaltsam erklären zu können. Passenderweise habe ich nach meinem Bachelor Studium neben ein paar längeren Backpacker-Reisen auch zwei Semester Englisch und Geschichte auf Lehramt studiert und habe mich dort intensiv und aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema Didaktik beschäftigt.

Mich faszinierte schon immer der Umstand, nach wie vor die Festnetznummern meiner Grundschulkameraden zu kennen, aber im selben Moment zu vergessen, was ich gestern Mittag zum Nachtisch hatte. Während meines Lehramtstudiums an der Universität Saarbrücken habe ich bereits am Konzept von kannkind bzw. DMT gearbeitet und dermaßen Feuer gefangen, dass ich mich kurzerhand doch noch für einen Master in Betriebswirtschaft entschied, um das notwendige fachliche Rüstzeug zu lernen, das man als Gründer und Geschäftsführer einer Marketing Agentur meiner Ansicht nach schlichtweg benötigt – obwohl mich Betriebswirtschaft als Fach selbst nie wirklich vom Hocker gehauen hat.

Der erste Anlauf in Richtung eigene Marketing Agentur scheiterte leider an ein paar Kinderkrankheiten im Geschäftsmodell, weswegen ich das Thema meiner Master Thesis kurzerhand wechselte um mich intensiv u.a. mit den spezifischen Eigenheiten digitaler Geschäftsmodelle – hybriden Marketing Agenturen wie der meinen im Besonderen – beschäftigen zu können, bevor es nach erfolgreichem Abschluss meines Master Studiums dann mit der neuen Agentur Digital Media Transformers ans Eingemachte gehen würde. Und genau da stehen wir heute – ich arbeite von Morgens bis Abends an meinem Traum einer hybriden Agentur, die nicht nur klassische Marketing Kampagnen für Kunden konzipiert, sondern einen starken Fokus auf das Thema „Fort- und Weiterbildung“ im Bereich Online Marketing setzt – einen Markt, den ich nicht nur aus finanziellen Gründen für äußerst attraktiv halte. Im Gegenteil: Es gibt mit Sicherheit einfachere Möglichkeiten, mit einem Agentur-Modell auf digitalen Märkten Geld zu verdienen.

Nur würde dann ein entscheidender Aspekt hinter meiner „brennenden Passion“ verloren gehen: Die Überzeugung, dass jeder Mensch in diesem Land eine faire Chance verdient hat, bei der Digitalisierung nicht auf der Strecke zu bleiben. Online Marketing zu verstehen und zu beherrschen ist nicht nur für BWL-Studenten und gestandene Marketer unabdingbar für die zukünftige Karriere – nachdem ich bereits etlichen Freunden und Mitgliedern meiner Familie dabei helfen konnte, sich online ein zweites Standbein und in einigen Fällen gar eine neue berufliche Perspektive zu schaffen, bin ich der festen Überzeugung, dass ein tiefer gehendes Verständnis von Online Marketing die mentale / digitale Version eines Schweizer Taschenmessers darstellt & immer mehr Menschen in Zukunft dazu befähigen wird, das eigene Leben souverän und unabhängiger von klassischen Arbeitgeber-Strukturen zu führen. Wir stehen erst am Anfang der Digitalisierung und bereits jetzt fühlt man sich angesichts der schier unendlichen Möglichkeiten an Ideen und Innovationen wie in einem Science-Fiction-Film. 

Wir leben in der spannendsten & kreativsten Zeit, die sich abenteuerlustige, progressive und aufgeschlossene Köpfe nur wünschen können. Plötzlich steht einem Jeden von uns ein mächtiges Arsenal an Tools zur Verfügung, durch deren geschickten Einsatz wir nicht nur die Qualität unserer persönlichen Lebenserfahrung steigern können, sondern als Einzelpersonen bereits über ein Schöpfungspotential verfügen, das vor zwanzig Jahren noch exklusiv Milliarden schweren Konzernen vorenthalten war – man denke nur Mal an die Vielzahl der mittlerweile für die Öffentlichkeit zugänglichen Datenquellen durch Facebook, Google und Co.

Ich sehe es als meine moralische und gesellschaftliche Pflicht, nachkommenden Generationen sowie älteren Semestern gleichermaßen mein Wissen weiterzugeben. Denn wenn ein kleiner Taugenichts wie ich es schafft, auf einem Gebiet wie diesem ganz passable Arbeit zu leisten (Zahlen lügen nicht – weder die aus Google Analytics noch die im Bundesanzeiger!), dann werden das die wirklich begabten jungen Köpfe mit Sicherheit auch schaffen. Wer weiß… vielleicht werde ich ja irgendwann der Pate vom nächsten Rainman. Jedenfalls beantworte ich gerne auch im persönlichen Gespräch Fragen von Azubis und Studenten oder schlichtweg Leuten, die über eine Karriere im Online Marketing nachdenken. Für diese habe ich übrigens jüngst die Seite deronlinemarketingmanager.de ins Leben gerufen, auf der ich jungen Leuten mit Berufswunsch Marketing Manager meine Sicht der Dinge erkläre und hilfreiche Tools, weiterführende Literatur usw. ans Herz lege bzw. nach Möglichkeit zur Verfügung stelle.

 Wie die meisten meiner Nebenprojekte muss allerdings auch der OMM ein paar weitere Monate warten, bis ich mit meinem Buchprojekt Opt-In or Drop out die gewünschten Milestones erreicht habe.  

Wir sind in einer Zeit angekommen, in der eine gewitzte Hausfrau mit nichts weiter als einem Computer mit Internetzugang ausgestattet das Weltgeschehen in Echtzeit beeinflussen kann und ich wache jeden Morgen mit einem fetten Grinsen auf den Lippen auf, denn ich weiß: Die Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, sind endlos!