Inspiration

Wer für seine Arbeit auf Kreativität angewiesen ist, benötigt konstante Quellen der Inspiration.

Schon Isaac Newton wusste:

„Ganz egal, wie cool die Punchline – Teile davon hab ich woanders gebytet.“

Ich finde Inspiration an den unmöglichsten Orten und das in zuverlässiger Regelmäßigkeit. Manchmal allerdings passiert es auch mir, dass ich Tage damit verbringe, ohne jede Idee aus dem Fenster zu glotzen und darauf zu w… Halt, Augenblick! Das stimmt eigentlich gar nicht. Ich bin immer inspiriert. Allerdings war dem nicht immer so, und ich habe über die Jahre ein paar Dinge verstanden, die ich meinen Mitmenschen gerne näher bringen möchte. Denn Inspiration zu finden, um die eigene Kreativität zu speisen, ist gar nicht so schwierig, wenn man an den richtigen Orten sucht und die passenden Fragen stellt.

Zugegeben: Ich gehöre zu den Glücklichen, die sich niemals langweilen. Meine Interessen erstrecken sich von A wie Affen (Ich engagiere mich seit elf Jahren im Great Ape Project bis Z wie Zynga (Spiele aller Art ziehen ich immer wieder in ihren Bann). Schon in frühen Jahren habe ich schwere Schlafstörungen entwickelt, weil ich bereits als kleiner Junge nicht so recht einsehen wollte, warum man wertvolle Lebenszeit mit so etwas abstrusem wie Schlafen verschwenden sollte. So viele Abenteuer, die es zu erleben gilt, und so wenige Lebensjahre, die uns dafür zur Verfügung stehen.

Meine größte Angst besteht seit jeher darin, etwas im Leben zu verpassen. Ich musste schon immer alles ausprobieren, vor allem wenn es verboten war, und das am besten jetzt, hier und direkt. Mich fest für etwas zu entscheiden, bereitet mir noch heute Unruhe. Opportunitätskosten sind mein einziger auserkorener Feind ganz egal, wie infantil ich mit fast 30 auf „normale“ Menschen wirken mag – ich kann und möchte die eigene Sprunghaftigkeit nicht ausschalten. Zumindest nicht gänzlich. Dass sich mein Lebenslauf entsprechend liest, gehört wohl zu den natürlichen Konsequenzen einer von Grund auf rastlosen Lebensweise. Aber ich würde keinen einzigen Tag meines Lebens rückwirkend ändern wollen, denn…

„Wenn ich eine Weile ohne Lust und ohne Schmerz war und die laue fade Erträglichkeit sogenannter guter Tage geatmet habe, dann wird mir in meiner kindischen Seele so windig weh und elend, dass ich die verrostete Dankbarkeitsleier dem schläfrigen Zufriedenheitsgott ins zufriedene Gesicht schmeiße und lieber einen recht teuflischen Schmerz in mir brennen fühle als diese bekömmliche Zimmertemperatur.“

Trotz etlicher Rückschläge, kleiner oder größerer Dramen, schlechtem Wetter und einer vom kreativen Wahnsinn durchtränkten Form der sporadisch aber aus gewissem Abstand betrachtet zugleich chronisch auftauchenden Melancholie bleibt mir der Wahrheit willen gar keine andere Feststellung übrig außer der, dass ich glücklich bin & und vom Leben gar nicht genug bekommen kann. Mir bleibt unverständlich, wie sich die Menschen in so großer Zahl im eigenen Leid suhlen und sich selbst bemitleiden können. Um es ein wenig drastischer zu formulieren: Mich widert die Arroganz an, mit der jener Durchschnittsmensch Kummer und Schmerzen bekundet, wo auch nur ein ungelesenes Exemplar von Verhulst „Gottverdammte Tage auf einem gottverdammten Planeten“ in einer Ecke des Raumes liegt.

Niemand braucht in dieser Zeit mehr Langeweile zu beklagen. Und wer sich vom Leben gestresst und überfordert fühlt, trägt häufig selbst ganz allein die Schuld, denn (sofern keine Kinder oder andere Verpflichtungen das eigene Wachstum behindern) letztendlich steht man sich doch meist nur selbst im Weg und verweilt aus bloßer Angst in stumpfsinnigen Jobs, die kein Vorankommen ermöglichen. Einem jeden Bundesbürger dieses Landes stehen die notwendigen technischen Voraussetzungen zur Verfügung, etwaige Leidenschaften und Interessen zu einer selbständigen Tätigkeit zu formieren.

Ausreden zählen nicht, denn nie war die Lage attraktiver, die Zeit reifer, die Umstände entgegenkommender: Alle Zeichen stehen auf Strom & wer gesund und fähig ist, einen Computer zu bedienen, der kann mit ein wenig Disziplin und Ehrgeiz ohne Frage jeden noch so abstrusen Unfug zu barer Münze machen. Während ich zugeben muss, dass dies vor wenigen Jahren noch Techies und Nerds vorenthalten war, braucht es 2016 nicht einmal mehr einem Grundverständnis von Quellcode und Client/Server Architektur, um zumindest im Nebenerwerb mit dem eigenen Hobby genügend Geld zur Refinanzierung desselben zu verdienen.

Und wie fürs analoge Pendant kann auch im virtuellen Leben nicht jeder Anlauf direkt zum gewünschten Erfolg führen. Von größter Wichtigkeit ist zuallererst, sich niemals (!) in Gefilde zu begeben, die mit den eigenen Urinteressen nicht weitgehend deckungsgleich sind. Sich kurzzeitig für ein Thema zu begeistern erfordert nicht viel. Bei der Sache zu bleiben und konstant z.B. Content zu produzieren und sich weiterzubilden, um sich selbst als Thought Leader zu etablieren; DAS will gelernt sein! Und am einfachsten stellt man konstante Motivation sicher, indem man von den eigenen Talenten und Interessen ausgehend das erste digitale Geschäftsmodell konzipiert. Um im Internet Fuß zu fassen, muss man dafür zunächst auch nicht gleich eine GmbH gründen und Personal anstellen. Der Einstieg als Werbetexter, Filmproduzent, Code-Kiddy etc. kann mitunter sogar ratsam sein, um ein erstes Gefühl dafür zu bekommen, wie fordernd oder eben einfach es sich herausstellen mag, online bewaffnet mit nichts weiter als dem eigenen Kopf und einer Tastatur den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.

Was mich bei meiner täglichen Arbeit inspiriert

Die größte Inspiration schöpfe ich seit jeher aus den Erfolgsgeschichten ganz gewöhnlicher Menschen, die sich durch die Selbständigkeit im Internet einen Lebensstil ermöglicht haben, der weit entfernt ist von dem tristen 9 to 5 Alltag im Büro, den gerade in Deutschland nach wie vor viel zu viele Menschen mangels notwendiger Digital Skills ertragen müssen. Dabei handelt es sich beim „Chef“ doch mittlerweile immer häufiger lediglich um einen störenden Mittelsmann, der einen großen Teil der Wertschöpfung abgrast und bei der Entfaltung und dem Wachstum der eigenen Persönlichkeit im Weg steht. Ich meine nicht die wenigen „Glücklichen“, die mit mehr oder weniger irrwitzigen Ideen von der dumpfen Begeisterungsfähigkeit der Massen profitieren, sondern die kuchenbackenden Großmütterchen, die über beide Backen strahlen, weil sie trotz ihrem pensionsfähigen Alter über beide Ohren strahlen im Anblick der 145% ROI ihrer AdWords Kampagne.

Oder den 18 Jahre jungen Abiturienten, der sich gerade innerhalb von zwei Wochen den Führerschein zusammenverdient hat mit nichts weiter als seinem eisernen Willen, täglich fünfzehn vier Sterne Artikel über ein Content Netzwerk in Auftrag zu nehmen und dessen kreative Feder plötzlich ganze Produktkategorien selbst der Printausgabe des Otto Katalogs ziert. Eine weitere Quelle der Inspiration stellen – welch Überraschung – Zeitschriften und Fachmagazine dar. Ehrlich gesagt freue ich mich viel mehr auf die Reviews zur jeweils aktuellen Website Boosting als zu Rezensionen über 400 Seiten starken Fachbüchern, an deren Inhalt man sich wenige Tage später meist schon gar nicht mehr erinnern kann.

Ach, überhaupt findet man Inspiration an den ungewöhnlichsten Orten. Man muss die Augen offen halten und den Blick hier und da vom Mobiltelefon in Richtung Leben drehen. So pathetisch es klingt.